Von 1818 bis 1822 wurde der Leopoldinentempel als klassizistischer Rundtempel mit äußerem Säulenkranz und einer halbkugelförmigen Kuppel auf einem künstlichen Felsenhügel errichtet. Der Tempel und seine Umgebung erinnern an den berühmten Sibyllentempel in Tivoli bei Rom.

Im Ensemble mit Wasserfall, Felsenschlucht, Grotte und dem Teich stellt der Leopoldinentempel ein malerisch, romantisches Gegengewicht zur monumentalen Gartenfassade des Schlosses dar. Die Blickbeziehung zwischen Schloss und Leopoldinentempel ist die gartenkünstlerisch bedeutendste Szenerie im Park.

Bereits ab 1805 arbeitete der weltberühmte Bildhauer Antonio Canova an der Marmorstatue der Prinzessin Leopoldine Esterházy, Tochter von Fürst Nikolaus II. Esterházy. Die Statue wurde 1821 im Leopoldinentempel platziert.

In Anlehnung an einen romantischen Gebirgspfad ist der Leopoldinentempel durch einen Weg, der mit teils steilen Steinstufen über die Felsenanlage führt, an den Tempelteich angebunden. Der historische Aufstiegspfad und die zugehörige Felslandschaft wurden 2015 im Rahmen des EU-Sanierungsprojekts wiederhergestellt und begehbar gemacht.

Achtung: Trotz der durch die Sanierung nun technisch einwandfreien Anlage ist beim steilen Aufstieg über den „Gebirgspfad” Vorsicht geboten! Die Benützung erfolgt auf eigene Gefahr!

Renovierter Aufgang zum Leopoldinentempel, Frühjahr 2015